1sekunde.at im Unterricht

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Die Idee

Die Schülerinnen und Schüler schreiben selbst Falschmeldungen über erfundene, harmlose Ereignisse. Erst nach dem Absenden zeigt das Spiel, welche Manipulationstechniken in ihrem Text stecken, und färbt die auslösenden Wörter ein. Wer eine Technik einmal selbst angewendet hat, erkennt sie danach schneller bei anderen. Die Forschung nennt das Inokulation: eine abgeschwächte Dosis, die gegen die echte immun macht.

In der Schlussrunde dreht sich das Spiel um: Fünf Schlagzeilen, und die Klasse markiert die Techniken, die sie gerade selbst benutzt hat. Das ist der eigentliche Lernschritt — vom Herstellen zum Erkennen.

Stundenablauf (50 Minuten)

ZeitPhaseWas passiert
5 minEinstiegFrage an die Klasse: „Welche Nachricht habt ihr zuletzt weitergeleitet, ohne sie zu prüfen?“ Kein Urteil, nur sammeln.
20 minSpielenEinzeln oder zu zweit fünf Runden spielen. Link an die Tafel: 1sekunde.at
5 minSchlussrundeDie fünf Schlagzeilen bewerten, Auflösung lesen.
15 minBesprechungWelche Technik war am leichtesten zu bauen? Welche am schwersten zu erkennen? Arbeitsblatt unten.
5 minTransferJede und jeder nennt eine Technik, auf die er oder sie in der nächsten Woche achten will.

Die fünf Runden

  1. Der Handymast — Gefühl vor Inhalt: Die Schlagzeile soll Wut, Angst oder Empörung auslösen, bevor jemand nachdenkt.
  2. Die Schuljause — Geliehene Autorität: Experten, Studien oder Zitate werden behauptet, aber nicht benannt.
  3. Das Freibad — Künstliche Eile: Zeitdruck soll verhindern, dass jemand innehält und prüft.
  4. Das alte Foto — Aus dem Zusammenhang: Etwas Altes oder Fremdes wird als neu und hier dargestellt.
  5. Das trübe Wasser — Falscher Absender: Die Meldung gibt sich als Redaktion, Behörde oder offizielle Stelle aus.

Außerdem entscheiden die Spielerinnen und Spieler in jeder Runde, an welche Gruppe sie die Meldung schicken (Bestätigungsfalle), und in 3 Runden, welches Bild sie anhängen (Bild, das lügt). Auch diese Entscheidungen zählen zur Reichweite und werden in der Auswertung erklärt.

Alle Orte, Firmen und Personen im Spiel sind erfunden. Die Texte der Schülerinnen und Schüler werden nicht gespeichert, nicht geteilt und nicht an uns übertragen — nach dem Schließen des Browsers sind sie weg.

Arbeitsblatt

1sekunde.at · Name: ______________________ · Datum: ____________

1. Meine stärkste Runde

In welcher Runde hattest du die höchste Reichweite — und welches Wort hat am meisten bewirkt?

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2. Welche Techniken hast du benutzt?

  • ☐ Gefühl vor Inhalt — Die Schlagzeile soll Wut, Angst oder Empörung auslösen, bevor jemand nachdenkt.
  • ☐ Geliehene Autorität — Experten, Studien oder Zitate werden behauptet, aber nicht benannt.
  • ☐ Bild, das lügt — Ein bearbeitetes, zugeschnittenes oder markiertes Bild behauptet mehr, als es zeigt.
  • ☐ Künstliche Eile — Zeitdruck soll verhindern, dass jemand innehält und prüft.
  • ☐ Aus dem Zusammenhang — Etwas Altes oder Fremdes wird als neu und hier dargestellt.
  • ☐ Falscher Absender — Die Meldung gibt sich als Redaktion, Behörde oder offizielle Stelle aus.
  • ☐ Bestätigungsfalle — Die Meldung geht gezielt an Leute, die sie ohnehin glauben wollen.

3. Woran hätte man es merken können?

Welche Frage hätte jemand stellen müssen, um deine Meldung zu durchschauen?

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4. Eine Sekunde länger

Bevor ich eine Nachricht weiterleite, frage ich mich:

  • ☐ Wer hat das geschrieben — und kann ich das überprüfen?
  • ☐ Von wann ist das, und wo ist es passiert?
  • ☐ Will mich der Text vor allem wütend oder ängstlich machen?
  • ☐ Warum soll ich es so eilig weiterschicken?

Das Buch dazu

Die Techniken im Spiel stammen aus Kapitel 4 des Sachbuchs „Eine Sekunde länger“ von Georg Piwonka. Dort sind sie ausführlich beschrieben, jeweils mit echten, dokumentierten Fällen — gut geeignet als Vorbereitung oder für eine Folgestunde.